WAS GENAU IST EINE PRIVATE VOLLVERSICHERUNG?

Vollversicherung (PKV) vs. Zusatzversicherung

Die private Vollversicherung entspricht der privaten Krankenversicherung. Sie kann nur in Anspruch genommen werden von Personen, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig sind. Dazu gehören folgende Personengruppen: Arbeiter und Angestellte, deren Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Diese Grenze wird jedes Jahr neu festgelegt und liegt im Jahr 2007, einheitlich für die Bundesrepublik, bei 47.700 Euro im Jahr (inklusive Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld). Dieser Betrag entspricht 3.975 Euro monatlich bei zwölf Monatsgehältern. Weiterhin gehören zu den nicht gesetzlich versicherungspflichtigen Beamte, sowie Empfänger der freien Heilfürsorge, wenn sie Beihilfe für ihre Krankheitskosten erhalten. Selbstständige und Freiberufler, wie Ärzte, Rechtsanwälte und Steuerberater sind ebenfalls nicht verpflichtet sich in der GKV (gesetzlichen Krankenversicherung) versichern zu lassen. Aber auch Studenten gehören zu dieser Personengruppe.

Abzugrenzen ist die private Vollversicherung von der privaten Zusatzversicherung, welche Mitgliedern der GKV zusätzlichen Schutz bieten soll, um beispielsweise die gekürzten Leistungen der GKV auszugleichen. Bei einem Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung müssen die Kündigungsfristen berücksichtigt werden. Freiwillig Versicherte der GKV müssen hierbei eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsanfang einhalten.

Bei Eintritt in private Versicherungen erfolgt ein Aufbau von Altersrückstellungen. Dies hat den Zweck im Alter die Beiträge konstant halten zu können. Bei einem Wechsel zwischen privaten Versicherungen gehen diese angesammelten Rückstellungen verloren und können nicht zum neuen Versicherer übertragen werden - zumindest war das in der Vergangenheit regelmäßig so, aber Änderungen diesbezüglich sind derzeit absehbar. Dies wurde in der Öffentlichkeit mehrmals streng diskutiert. Der Wettbewerb zwischen den Versicherern und die Flexibilität der Versicherten, hinsichtlich eines Wechsels, würden wesentlich ausgeprägter sein. Daher lohnt sich derzeit ein Wechsel am meisten in den ersten Versicherungsjahren.

In jedem Fall sollte die Entscheidung für eine Versicherung sorgfältig durchdacht werden, wenn möglich, mit mehrseitiger Beratung. Bei einem Wechsel von der GKV in die PKV sollte ebenfalls bedacht werden, dass für jedes Kind eine eigene Versicherungspolice abgeschlossen werden muss, da die Kinder nicht mehr automatisch mitversichert, wie in der GKV.

Image by National Cancer Institute

Was bietet eine PKV-Vollversicherung?

Eine PKV-Vollversicherung ist eine Versicherung, die alle Krankheitskosten abdeckt, die man in seinem individuellen Tarif gewählt hat. In einer Vollversicherung sind jedoch zumindest alle ambulanten und stationären Krankheitskosten enthalten. Diese Art der substitutiven Versicherung wird auch als substitutive Krankenversicherung (lat. substitiuren = ersetzen) bezeichnet. Die private Vollversicherung ersetzt die gesetzliche Krankenversicherung, die quasi auch eine Vollversicherung ist.

In Deutschland ist das Interesse an der privaten Krankenversicherung sehr hoch. In 2002 waren rund 7,9 Millionen Menschen privat krankenvollversichert, innerhalb von 10 Jahren stieg diese Zahl auf 8,9 Millionen in 2012, das sind rund 11 Prozent der Bevölkerung (auch Kinder und Jugendliche können sich privat krankenversichern). 

Vorteile der Vollversicherung


Umfangreicher Versicherungsschutz ohne die Versorgungslücken einer gesetzlichen Krankenversicherung
Privatpatient bei einer ambulanten, stationären oder zahnärztlichen Heilbehandlung
Freie Wahl unter allen Krankenhäusern, die die vertraglichen Voraussetzungen erfüllen